Haustiere
Vierzehenschildkröte Vierzehenschildkröte
Man erkennt sie an dem ovalen bis kreisrunden Rückenpanzer, der insgesamt deutlich flacher ist als bei allen anderen Testudo-Arten. Die Färbung reicht von gelblich über oliv bis braun mit verschieden großen dunklen Flecken. Sehr alte Tiere können fast schwarz (Afghanistan), aber auch fast zeichnungslos gelbbraun sein. Die Weichteile sind gelb bis braun, der Schwanzschild ungeteilt und an den kräftigen Vorderbeinen befinden sich, im Gegensatz zu den anderen Testudo-Arten, grundsätzlich nur vier Zehen, die sehr kräftige Krallen tragen. Die Art erreicht eine Größe von 15 cm (Männchen) bis etwa 25 cm, sehr selten 28 cm Körperlänge (Weibchen) und wiegt dann etwa 500 g bis zwei Kilogramm.
Die kräftigen Krallen an den starken Vorderbeinen und der flache Panzer erleichtern ihr das Graben bis zu zwei Meter langer Gänge, die wiederholt genutzt werden. Nachts, bei großer Hitze, während der Sommer- und der Winterruhe zieht sie sich in diese zurück, da sie Sicherheit vor Fressfeinden bieten und die Temperaturen in der Erde relativ konstant bleiben. Oft sieht man sie morgens bei ungewissem Wetter abwartend am Höhleneingang sitzen. Das im Verbreitungsgebiet vorherrschende, sommerheiße und trockene, sowie winterfeuchte und eiskalte Kontinentalklima mit großen täglichen und jahreszeitlichen Temperaturschwankungen bis zu 40 °C und den Hochsommer über oft völlig ausbleibenden Regenfällen verlangt den Tieren in ihren kargen Lebensräumen eine enorm große Anpassungsfähigkeit ab.
Vor allem im Frühjahr ist ihr Appetit enorm groß. Hauptnahrung muss deshalb eine kontrollierte Menge einer ausgewogenen Mischung aus stark rohfaserreichen Wildkräutern und daraus hergestelltem Heu sein. Das Futterangebot sollte, dem natürlichen Lebensraum entsprechend, dem Sommer zu immer geringer und rohfaserreicher werden. Gern gefressen wird Löwenzahn, Wilde Malve, Wegerich, Klatschmohn, aber auch Brombeerblätter, Glockenblume, Lichtnelke, Wicke, Erdbeerblätter uvm. Auch faseriger Lauch und Blätter von Linde oder Weide werden gerne angenommen. Auf Salat sollte man nur in Ausnahmefällen zurückgreifen (zu ballaststoff-, vitamin- und mineralstoffarm, zu eiweißreich) - nur wenige Sorten sind annähernd geeignet (Romana, Rucola, Riesenlöwenzahn). Bei der Auswahl der Futterpflanzen kommt es ganz besonders auf einen hohen Rohfaseranteil über 20 Prozent und einen recht niedrigen Protein-Anteil unter 10 Prozent an. Obst und Gemüse gehören nicht auf den Speiseplan. Zusätzlich sind die Tiere auf eine ausreichende Kalzium-Versorgung angewiesen. In freier Natur geschieht dies über mineralhaltigen Boden, Knochen oder Schneckenhäuser. In menschlicher Obhut sollten Sepiaschulp oder abgekochte Eierschalen separat zum Benagen angeboten werden, was gleichzeitig auch den Hornschnabel in der richtigen Form hält.
Bei unserem mitteleuropäischem Klima hält man sie in ähnlicher Weise wie die Griechische Landschildkröte, die Maurische Landschildkröte und die Breitrandschildkröte, jedoch müssen den Steppenschildkröten tagsüber höhere Temperaturen und grundsätzlich bodentrockenere Bedingungen angeboten werden. Das erreicht man nur mit einer Haltung in einem gut beheizbaren Gewächshaus mit angeschlossenem Freilandgehege. Wichtig ist bei der Art auch eine besonders gute Absicherung gegenüber Untergraben oder Überklettern der Freigehegeumfriedung. Die Tiere sind flinke Gräber und noch geschicktere Kletterer. Die Überwinterung ist problematischer als bei den europäischen Arten, da sich die Vierzehenschildkröte bei zu kalter Haltung oft schon Ende August oder im September vergräbt und bis zum Frühjahr nicht mehr herauskommt. Die Freilandüberwinterung ist aber bei uns wegen der Empfindlichkeit gegenüber Bodenfeuchte mit starken Risiken verbunden. Dennoch benötigen die Tiere eine vier- bis fünfmonatige Winterruhe (Jungtiere evtl. etwas kürzer), möglichst bei konstanten 2–4 °C. Diese Zeit verbringen die Tiere am besten in einem eigens dafür vorgesehenen Kühlschrank oder in einem entsprechend temperierten Keller. Die Überwinterung sollte in nicht ganz staubtrockener Erde, mit Buchenlaub abgedeckt, bei einer Luftfeuchtigkeit um die 70 Prozent stattfinden.
Quelle: Wikipedia